Mit einem feierlichen Festakt ist das Ulrichsgymnasium am Freitag, den 13. Februar, offiziell in das bundesweite Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage aufgenommen worden. Nach sechs Jahren intensiver Vorbereitung, großem Engagement der Schülerschaft und zwei erfolgreichen Abstimmungen darf sich das UGN nun endlich SOR–SMC-Schule nennen.

Die Aufnahme wurde in einer feierlichen Stunde in der Mensa begangen. Gemeinsam mit dem Paten der Schule, MdB Johann Saathoff, Landrat Olaf Meinen, Dezernent Dr. Knut Engeler, der stellvertretenden Bürgermeisterin Dr. Weinbach sowie Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises feierten Lehrkräfte und rund 400 Schülerinnen und Schüler ein Fest im Zeichen von Demokratie und Zivilcourage.
Alle Rednerinnen und Redner betonten: Der lange Weg zum Beitritt endet zwar, doch die eigentliche Arbeit beginnt jetzt. Schulleiterin Claudia Terstegen hob hervor, dass trotz Hürden wie der Corona-Pandemie der Prozess beharrlich verfolgt wurde und die Zustimmung der Schulgemeinschaft in beiden Abstimmungen deutlich ausfiel. Sie unterstrich die Selbstverpflichtung, die mit dem Titel einhergeht. Auch Schülersprecher Joel Günther betonte, dass der Titel SOR–SMC eine Kultur des Hinsehens, des Dialogs und eines friedlichen, demokratischen Miteinanders einfordert.
Aus der Elternschaft sprach Elternratsvorsitzende Maike Ihmels. Sie erinnerte an die Bedeutung demokratischer Werte für ein friedliches Zusammenleben und daran, dass es Haltung und Courage braucht, um Demokratie zu leben und zu schützen. Dr. Knut Engeler vom RLSB verband die Auszeichnung mit seinem Antrittsbesuch und zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Schülerschaft. Er äußerte die Hoffnung, in den kommenden Jahren weitere Impulse des UGN zu erleben. 
Bundestagsabgeordneter Johann Saathoff freute sich über sein Patenamt und erinnerte an die Bedeutung des Grundgesetzes: „Demokratie ist nicht perfekt – aber sie ist das Beste, was wir haben.“ Besonders hob er den ersten Artikel hervor: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Dieser Satz bildete den roten Faden des Festakts. Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis 11 präsentierten die „Grundpfeiler der Demokratie“ in einer eindrucksvollen Call-and-Response-Aktion, in der sie Kinderrechte und Grundgesetzartikel im Chor zitierten. Die Klasse 9a erläuterte Aspekte von Diskriminierung und Ausgrenzung in selbst produzierten Videos, während die 9c zwei Rap-Songs zu Grundrechten entwickelte. Einer der Texte brachte die Idee des Netzwerks besonders eindrucksvoll auf den Punkt: „Freiheit heißt, du darfst sein, wer du bist – ohne Angst, dass dich dafür jemand verurteilt oder vergisst…“ 
Musikalisch wurde der Festakt von der Schulband, den Schulchören und Projektchören des Demokratie-Projekttags gestaltet.
Alle Beiträge griffen das Thema des Tages auf – von der Europa-Hymne Ode an die Freude über Udo Jürgens’ Komm, wir ziehen in den Frieden bis hin zum selbstgeschriebenen Lied der Demokratie-AG Du bist nicht allein, mit dem die Schule 2022 den 2. Platz beim niedersächsischen Schülerfriedenspreis erreichte. Die Beiträge waren im Rahmen des Demokratie-Projekttags am 28. Januar entstanden, an dem sich alle Klassen einen Vormittag lang mit Themen wie Demokratie, Menschenrechten und Rassismus auseinandergesetzt hatten. 
Auch das Wetter spielte mit: Unter sanft fallenden Schneeflocken wurde auf dem Schulhof das offizielle SOR–SMC-Schild von Regionalkoordinatorin Katja Hübner an die Schulgemeinschaft übergeben.
Die Schülerinnen und Schüler bekannten sich mit großer Mehrheit zu folgenden Selbstverpflichtungen:
- Ich setze mich dafür ein, dass meine Schule nachhaltige Projekte, Aktionen und Veranstaltungen durchführt, um Diskriminierungen – insbesondere Rassismus – zu überwinden.
- Wenn an meiner Schule Gewalt oder diskriminierende Äußerungen und Handlungen auftreten, wende ich mich dagegen, spreche dies an und unterstütze eine offene Auseinandersetzung, damit wir gemeinsam Wege finden, einander respektvoll zu begegnen.
- Ich bin aktiv, damit meine Schule jedes Jahr Projekte gegen alle Formen von Diskriminierung – insbesondere Rassismus – durchführt.
