„Umgebracht zu werden ist anders als zu sterben“
Erna de Vries erzählt Norder Schülern von ihrer Vergangenheit – dem Horror des Zweiten Weltkriegs: Die 91-jährige Jüdin wurde gezwungen, in Auschwitz-Birkenau zu arbeiten. Sie sollte in einer Gaskammer sterben und entkam dem Tod nur knapp. – von Annika Thieme

Anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes hat der Verein Gnadenkirche Tidofeld (Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland) in Zusammenarbeit mit dem Ulrichsgymnasium Norden und der Musikschule in Miastko in Polen eine deutsch-polnische Theateraufführung vorbereitet.

„Im Westen nichts Neues? Die unbekannten Zeichnungen von Georges Victor-Hugo Sur le Front de Champagne“ erinnert an die Schlacht in der Champagne (1915/1916), die vor genau hundert Jahren stattfand. Sie enthält nicht nur Roll-ups mit Bildern und Texten sowie Vitrinen, sondern auch viele einzeln oder doppelt gerahmte Zeichnungen und Bilder, die jeweils einzeln beschriftet sind.

Das Ulrichsgymnasium und Schulen aus Marseille, Paris, Newcastle, Krakau und Wien am Runden Tisch – Thema: Nationalsozialismus
Drei Tage treffen sich Norder Gymnasiasten mit anderen Schülern zum „Staffellauf der Erinnerung“ (Relais de la Mémoire). Nur einige der Klassenräume sind an diesem frühen Nachmittag im Ulrichsgymnasium Norden belegt. Die meisten Schüler sind um diese Uhrzeit bereits nach Hause gegangen. Im ersten Stock, über der Mensa aber sind zwölf Mädchen und Jungen mit Eifer dabei. Und das freiwillig.

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Die fünften bis achten Klassen der Theater-AG des Ulrichsgymnasiums Norden (UGN) haben in der vergangenen Woche die Premiere ihres neuen Theaterstückes in der Aula der Oberschule gefeiert. Ein ganzes Jahr lang haben die 33 Schülerinnen und Schüler, angelehnt an das Motto: „You only live once“ (Man lebt nur einmal), mit ihren Lehrern ein Lehrstück scheinbar ohne Lehre konzipiert, selber geschrieben und auf die Bühne gebracht, das ihre ganz eigenen Vorstellungen vom Alltag heutiger Jugendlicher mit seinen Tücken und Problemen darstellt.